Energieverlust durch Gedanken

Logik ist nicht immer angebracht

Während ich eigentlich nur den Hund füttern, Tee machen und ein Knäckebrot schmieren wollte, ist mir etwas klar geworden. Vielleicht kostet mich das krampfhafte Ordnen von Gedanken und Abläufen mehr Energie als das eigentliche Tun...

Was in meinem Kopf passiert

Einfach machen statt ordnen

Mir sind gerade Gedanken durch den Kopf gegangen, als ich in der Küche war.

 

Ich merke, dass ich eigentlich an Energie verliere, weil ich versuche, die Dinge, die ich tue, in eine bestimmte Reihenfolge zu bringen. Egal, ob ich mir Tee mache, den Hund füttere oder mir noch ein Knäckebrot schmieren möchte.

 

Dann sehe ich meinen Einkaufstrolley, voll bis oben hin mit Einkäufen, die ich noch gar nicht weggeräumt habe, weil ich mich erst einmal auf das Sofa setzen musste, um mich von dem klitzekleinen Spaziergang und dem Supermarkteinkauf zu erholen.

 

Mir ist aufgefallen, dass das, was in meinem Kopf passiert, eigentlich energieverschwendend ist.

Den Lauf der Dinge hinnehmen

In meinem Kopf versuche ich krampfhaft, mir zu sagen:

 

Du warst gerade dabei, den Hund zu füttern. Warum machst du jetzt plötzlich Tee? Mach Dinge doch in einer logischen Reihenfolge!

 

Dieses Durcheinander von Dingen, die ich gleichzeitig mache, fühlt sich an wie ein inneres Hin- und Herspringen. Äußerlich bin ich ruhig, aber vielleicht ist ein Teil meines Gehirns zu aufgeregt.

Ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich versuche, alles nacheinander zu ordnen.

 

Heute kam mir zum ersten Mal der Gedanke, es einfach hinzunehmen. Vielleicht mache ich gerade drei Dinge gleichzeitig, weil ich mich so schnell wie möglich wieder hinsetzen möchte. Ich bin müde, aber ich möchte unbedingt meinen Tee und mein Knäckebrot.

 

Der Hund ist mittlerweile gefüttert. Der Einkaufstrolley muss noch warten. Es ist nichts Tiefgekühltes darin, also wird nichts passieren. Die Milch ist ganz unten im Trolley, aber auch das ist in Ordnung. Ich muss mir keinen Kopf machen.

 

Genau solche Gedanken gehen mir durch den Kopf.

Vielleicht ergibt das Durcheinander einen Sinn

Und dann, zum ersten Mal, habe ich gedacht: Es ist völlig egal, ob ich drei Dinge gleichzeitig mache.

 

Vielleicht ergibt es sogar Sinn!

 

Wenn ich mich durch die Küche bewege und zufällig am Knäckebrot vorbeikomme, während ich nach dem Hundefutter greife, kann ich es direkt mitnehmen.

Wenn ich am Kühlschrank vorbeikomme, kann ich die Milch holen.

 

Diese scheinbar ungeordneten Abläufe plane ich nicht. Sie passieren einfach. Und genau das scheint weniger Energie zu kosten, als wenn ich krampfhaft versuche, einen „logischen“ Ablauf zu strukturieren. Ich habe das Gefühl, dass mein Körper und mein Gehirn eigentlich wissen, was zu tun ist. Vielleicht sogar besser als mein denkender Anteil.

 

Das wollte ich festhalten. Vielleicht hilft es auch jemand anderem. Jetzt, wo ich wieder auf der Couch sitze, merke ich, dass ich genau dieses gleiche krampfhafte Denken auch bei meinen Blogposts habe. Alles muss logisch ablaufen, alles muss perfekt sein, alles muss in eine Reihenfolge passen.

 

Vielleicht ist genau dieses Denken das, was zu einer Verschlechterung oder zu einem Crash führen kann. Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem ich lernen muss, etwas Chaos zuzulassen.

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