Pinker Spaziergang im Park
Während eines kurzen Spaziergangs im Park mache ich mir Gedanken, wie sich meine Belastbarkeit im Alltag zeigt, besonders in den Beinen, und wie Arbeit selbst dann Energie kostet, wenn sie eigentlich nicht anstrengend sein sollte. Wieviel Stunden Arbeit ist im Moment möglich?
Pushing the envelope too far?
Ein Wetterumschwung am frühen Morgen
Ich spaziere hier wieder im Park mit Sally. Es ist ungefähr 8.30 Uhr. Man merkt, es kommt ein Wetterumschwung. Es sah wunderschön aus vor einer halben Stunde. Der Himmel, wo die Sonne aufging, war ein leuchtendes Pink. Aber einem weisen englischen Sprichwort nach ist das kein gutes Zeichen: Red sky in the morning, shepherd’s warning. Das heißt, das Wetter schlägt um und wird ziemlich fies.
Mir fehlen meine langen Spaziergänge
Ich vermisse meine langen Spaziergänge. Ich bin völlig verwundert eigentlich, wenn ich zurückdenke, wie viele lange Spaziergänge ich über Feld und Wiese gemacht habe mit Sally und dabei Audios aufgenommen habe … ok, mit einer langen Pause auf einer Bank … oder zwei…oder drei.
Und ich bin irgendwo erstaunt und denke, wie kann es sein, dass ich das damals geschafft habe, wo es mir eigentlich jetzt mit meinem milden ME-CFS immer besser geht – wenn auch natürlich nur langsam.
Arbeit, Müdigkeit und meine Grenzen
Ja, die Arbeit, die schneidet doch rein. Ich muss gucken, dass ich eine einigermaßen gute Work-Life-Balance hinkriege, was mir nicht immer so einfach fällt. Und das bedeutet eigentlich, dass ich mir auch diese langen Spaziergänge gerade nicht leisten kann. Also seit einer Weile. Ich muss mal gucken, ab wann das angefangen hat.
Auf jeden Fall werde ich zu schnell müde, meine Beine werden zu schnell müde. Ich bin schon froh, wenn ich den ganzen Park hier ums Eck mit Sally schaffe. Auch das ist nicht immer gegeben. Öfters ist es nur ein halber Park.
Zwei Klienten am Tag – ist das zuviel?
Ich merke es zum Beispiel, wenn ich – letzte Woche war das – ausnahmsweise zwei Klienten am Tag hatte. Und übrigens, das soll es ja zukünftig sein, dass ich meinen Teilzeitjob erfülle, indem ich zweimal am Tag einen Zwei-Stunden-Einsatz habe.
Ui, was wollte ich jetzt sagen? Genau: Letzte Woche hatte ich einen Tag, wo ich zwei Klienten hatte. Am Tag davor hatte ich eine Klientin, wo ich wirklich zwei Stunden lang putze. Und ich muss sagen, schon allein nach so einem Tag merke ich das. Ich spüre das abends schon in den Beinen und in meiner Müdigkeit, dass mich zwei Stunden Putzen doch ein bisschen in die Knie zwingen. Nach dem Putzen gehe ich nicht einkaufen, sondern direkt nach Hause, damit ich mich erholen kann.
Überlegungen zu meiner Wochenstruktur
Auf jeden Fall war es letzte Woche so, dass ich eine Klientin hatte, und am nächsten Tag zwei Klienten. Also, ich muss dazu sagen, dass – so generell gesehen – meine Arbeit sehr nett ist. Meine Klienten sind super und freundlich, und eigentlich ist die Arbeit, sage ich jetzt mal zusammenfassend, überhaupt nicht anstrengend. Für eine gesunde Person. Aber für mich merke ich schon diese Anstrengung.
Mehr Erholung, weniger Druck
Und ich muss mir jetzt schon überlegen, bei neun Stunden durchschnittlich die Woche, dass ich vielleicht versuche, den Montag freizuschaufeln, damit ich quasi ein Dreitage-Wochenende habe, um mich gut erholen zu können. Denn sehr bald bekomme ich einen neuen Klienten. Dann werden es 11 Stunden die Woche. Ich bin echt gespannt, wie ich das stemme, ob quasi die Besserung meines CFS das ausgleichen kann.
